Schwangerschaft
(djd/nl). Folsäure ist besonders in der Schwangerschaft wichtig für die Zellbildung und Zellteilung des Embryos. Eine werdende Mutter braucht doppelt so viel dieses wichtigen B-Vitamins wie die übrige Bevölkerung. Fehlt Folsäure, hat das Baby ein höheres Risiko, an einem Neuralrohrdefekt (NTD) zu erkranken. Die dramatischen Folgen sind der offene Rücken, der Wasserkopf und die Anenzephalie, ein schwerer Defekt, bei dem fast das gesamte Gehirn fehlt.
Die meisten von NTD betroffenen Kinder sterben bereits vor der Geburt. Wer überlebt, ist oft schwer behindert. Bis jetzt können Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere ihren höheren Bedarf an Folsäure nur durch das Schlucken von Vitaminpillen decken. Zwar gibt es Lebensmittel wie Spinat, die relativ viel Folsäure enthalten. Doch diese Mengen reichen für den hohen Bedarf dieser Gruppe einfach nicht aus. Die Gentechnik könnte dieses Problem in Zukunft lösen.
Einer Forschergruppe um Dr. Karel Schubert von der Tufts University Boston ist es gelungen, in Pflanzen ein bakterielles Gen zu übertragen, das die Vitaminbildung ankurbelt. Damit ist der erste Schritt hin zur Versorgung mit Folsäure ganz ohne Pillenschlucken geschafft! Gentechnisch veränderte Pflanzen könnten also in Zukunft das gesundheitliche Risiko der Unterversorgung von Müttern mit Folsäure entschärfen.