Spirituosen-Vergleich

(djd/nl). Genießen ist nicht nur Geschmacks-, sondern offensichtlich auch Herkunftssache. So freuen sich die Norddeutschen kulinarisch das ganze Jahr auf "Kohl und Pinkel", eine deftige Spezialität aus Kohlgemüse und Wurst, die im Süden der Republik so gut wie unbekannt ist. Auf die Frage, was man dazu trinken sollte, geben Nordlichter und Muschelschubser eine "klare" Antwort: natürlich einen Korn! Kein Wunder also, dass auf die drei westdeutschen Küstenländer plus Niedersachsen 25 Prozent des bundesweiten Absatzes von "Klaren" entfallen, bei Rum entspricht dieser Anteil sogar 32 Prozent.

Die bevölkerungsreichen Südländer Bayern und Baden-Württemberg haben bei Spirituosen dagegen keine eindeutigen Favoriten. Am gesamtdeutschen Konsum von Rum und Whiskey sind die Bajuwaren mit jeweils zwölf Prozent beteiligt, beim Likör sind es elf Prozent. Ähnlich ausgeglichen die Werte aus dem "Ländle": Am Verbrauch von Whiskey haben die Baden-Württemberger einen Anteil von zwölf Prozent, bei Rum sind es zehn und bei Likören neun Prozent.

Die neuen Bundesländer wiederum haben ihre ganz eigenen Genuss-Gewohnheiten: In den drei dünn besiedelten Ländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt wird immerhin 22 Prozent des gesamtdeutschen Weinbrands und Cognacs getrunken - deutlich mehr als im bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen mit nur 15 Prozent.