Rendezvous der besonderen Art
(djd/nl). Hannover ist in diesem Jahr das Mekka für die Liebhaber der Bildenden Kunst. Gleich sechs renommierte Museen und Kunsthäuser der niedersächsischen Metropole haben sich zusammengetan und laden unter dem Label "KulturBewegung2004" zu einer einzigartigen Entdeckungsreise durch verschiedene Kunstepochen ein.
Mit einer großen Picasso-Schau, die noch bis zum 19. September dauert, feiert das Sprengel-Museum seinen 25. Geburtstag. Das Haus für moderne Kunst besitzt eine der umfangreichsten Picasso-Sammlungen in Deutschland. Von Pablo zu Paula ist es nur ein kurzer Weg: Paula Modersohn-Becker, die herausragende Vertreterin des deutschen Expressionismus, ist mit einer Werkgruppe von 33 Gemälden im Niedersächsischen Landesmuseum vertreten. Ab dem 15. September machen hier außerdem die berühmten venezianischen Bronzeplastiken der Renaissance aus dem Bode-Museum Berlin Station.
Eine Zeitreise in die glanzvolle Vergangenheit Hannovers können die Besucher des Historischen Museums unternehmen: Schwerpunkt der Dauerausstellung sind die Jahre zwischen 1714 und 1837, als das Kurfürstentum Hannover in Personalunion mit dem englischen Königshaus verbunden war. Einen faszinierenden Einblick in die Anfänge der Fotografie gibt das Kestner-Museum mit der Fotoschau "Die Reise zum Nil - Maxime Du Camp und Gustave Flaubert in Ägypten" (bis 17. Oktober). Der berühmte Schriftsteller Flaubert nahm um 1850 an einer Orient-Expedition teil, von der es historische Aufnahmen zu bestaunen gibt.
Ganz auf die genauso spannende Kunst der Gegenwart ist der Kunstverein Hannover spezialisiert: Mit Ingrid Calame, Mathilde ter Heijne und Jörg Wagner stellen drei in Deutschland noch weitgehend unbekannte Künstlerpersönlichkeiten ihr facettenreiches und teilweise provozierendes Werk aus (bis 5. September). Ein Zeitgenosse ist auch der in Schottland geborene und in Trinidad lebende Maler Peter Doig. In der Ausstellung "metropolitain" zeigt er bis zum 12. September doppelbödige Werke zwischen den Kulturen.