(djd/nl). Wer sich in süßer Erinnerung an den Sommer 2003 auf ein ähnlich mediterranes Lebensgefühl gefreut hatte, sieht sich in diesem Jahr mehr oder weniger bitter enttäuscht. Zumindest den Auftakt kann man als gründlich misslungen bezeichnen. Nicht nur Wilfried Zukunft vom Sport- und Bäderamt der früheren Bundeshauptstadt Bonn klagt über gähnende Leere.
Während im Juni 2003 170.000 Gäste die Bonner Freibäder frequentierten, waren es im Juni 2004 ganze 47.000, ein Minus von über 72 Prozent. Doch des einen Leid ist - wie so oft - auch im wetterwendischen Sommer 2004 des anderen Freud: So sind nicht zuletzt alle Kinobesitzer erleichtert, dass ihre Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr nun wieder im grünen Bereich liegen.
Und während die Besitzer von Biergärten lange Gesichter machen, ist man in Kneipen und Bars froh über unverhofft stabile sommerliche Umsätze. Deshalb kann man getrost auch den Cocktail als "Gewinner" eines durchwachsenen Sommers bezeichnen. "Wenn sich das Leben abends schon nicht im Freien genießen lässt, dann holen sich die Leute den Sommer eben mit einem fruchtig-frischen Cocktail ins Glas", sieht Angelika Wiesgen-Pick, Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e.V. (BSI), das launische Wetter zwar mit einem lachenden beruflichen, aber ein kleines bisschen auch mit einem weinenden privaten Auge.
( Sommer-Cocktails )
