(djd/nl). In Europa gibt es ein deutliches Nord-Süd-Gefälle, was die Getränkevorlieben anbelangt: Im Norden sind die Biertrinker, im Süden die Weinliebhaber zu Hause. In Deutschland stellt sich dieser Nord-Süd-"Konflikt" ganz anders dar: Hier liegt es wohl am oftmals trüben Küstenwetter, dass die Nordlichter, Fischköppe und Muschelschubser bevorzugt auf "Klare" stehen, derweil die vom klaren Wetter häufiger verwöhnten Trachtenträger unterhalb des Weißwurst-Äquators lieber mit trübem Gerstensaft anstoßen.
So kommt es, dass auf die drei westdeutschen Küstenländer plus Niedersachsen 26 Prozent des bundesweiten Absatzes von "Klaren" entfallen, bei Rum entspricht dieser Anteil sogar 33 Prozent. Im bevölkerungsreichen Bayern werden dagegen nur 8 Prozent der insgesamt in Deutschland verkonsumierten "Klaren" getrunken, beim Rum sind es auch nur 12 Prozent. Genauso sparsam beim Spirituosen-Genuss ist man im "Ländle", wo man es sich offenbar lieber beim "Viertele" gut gehen lässt: Baden-Württemberg hat am gesamtdeutschen Konsum von "Klaren" ebenfalls nur einen Anteil von 8 Prozent, beim Rum sind es 10 Prozent.
Auch die neuen Bundesländer haben ihre ganz eigenen Genuss-Gewohnheiten mit in die Vereinigung gebracht: In den drei dünn besiedelten Ländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt wird immerhin 22 Prozent des gesamtdeutschen Weinbrands und Cognacs getrunken - deutlich mehr als im bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen mit "nur" 15 Prozent.
