(djd/nl). Ältere Menschen stehen technischen Neuerungen wie dem Handy häufig skeptisch gegenüber. Sie fürchten etwa, mit der Bedienung überfordert zu sein. Dabei bieten neue Mobilfunk-Anwendungen und -Dienste viele Vorteile – gerade auch für die ältere Generation. Die Möglichkeit beispielsweise, jederzeit an jedem Ort Freunde, die Familie oder auch den Hausarzt erreichen zu können, gibt Sicherheit und erleichtert den Alltag. Anders als Jugendliche, die auch Spaß an technischen Spielereien haben, wünschen sich ältere Menschen vor allem eine einfache Handhabung des Mobiltelefons: Dazu gehören zum Beispiel eine übersichtliche Menüführung, beleuchtete Tasten oder große Displays. Einige Hersteller haben darauf reagiert. Sie bieten mittlerweile spezielle Geräte an, die nur über wenige Tasten verfügen, die jeweils mit einer wichtigen Telefonnummer belegt sind.
Ein Knopfdruck genügt und die Verbindung zu Familie, Arzt oder zu einem Call-Center wird hergestellt. Die Mitarbeiter des Call-Centers stehen rund um die Uhr zur Verfügung, um bei Bedarf schnell Hilfe organisieren zu können – zum Beispiel im Notfall, wenn die Haustür zugefallen ist. Wichtige Hilfestellung leistet das Mobiltelefon auch für chronisch Kranke und Risikopatienten. Dialyse-Patienten oder etwa Dia-betiker können per Mobilfunk an die Einnahme ihrer Medikamente erinnert werden – durch eine spezielle Software, die in das Handy integriert ist. Darüber hinaus gibt es mobile Überwachungsgeräte, die wichtige Körperfunktionen wie den Blutdruck messen und die Daten an ein medizinisches Service-Center übermitteln. Dort werden die Informationen ausgewertet und an die behandelnden Ärzte weitergeleitet, die bei Auffälligkeiten schnell reagieren können. Das spart den regelmäßigen Gang zum Arzt und eröffnet mehr Bewegungsfreiheit.
Bei Herz-Patienten kann das Handy sogar Leben retten: 300.000 Menschen erleiden nach Anga- ben des Statistischen Bundesamtes jährlich einen Herzinfarkt, knapp 82.000 sterben an den Folgen. Mit einem so genannten Herz-Handy lässt sich die Herztätigkeit rund um die Uhr über- wachen. Das Gerät wird einfach auf die nackte Brust gelegt und misst das EKG über Elektroden, die an der Unterseite des Telefons angebracht sind. Die Daten werden gespeichert und eben- falls an ein medizinisches Service-Center gesendet.
Auch Träger von Herzschrittmachern können mobil telefonieren, da moderne Geräte gegenüber Handys in der Regel störfest sind. Wer bei einem älteren Modell unsicher ist, sollte sich bei seinem Arzt oder dem Hersteller des Herzschrittmachers informieren. Weitere Infos zum Mobilfunk gibt es unter www.izmf.de.
