Frühlingsgefühle
(djd/nl). Dass Zwiebeln nicht nur scharf schmecken, sondern "der Unzucht Tür und Tor öffnen", glaubten schon die alten Ägypter. Während also die Dienerschaft den Pharaonen die würzigen Knollen schälte, war das vermeintlich luststeigernde Lauchgewächs für Priester strengstens verboten ...
Wer im Frühjahr beim Gang auf den Wochenmarkt "Frühlingsgefühle" bekommt, sollte sich also nicht wundern. Denn hier locken jede Menge Liebesmittel - in Form von Obst und Gemüse. Das fängt an beim Apfel, dem von jeher eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird. Leuchtend, knackig und frisch gelten die prallen Früchte von alters her als luststeigernd, schon die Bibel machte sie zum Sinnbild der Verführung! Auch die aus Mittel- und Südamerika stammende Tomate galt als gut für den gesteigerten Lebensgenuss und wurde deshalb "Liebesapfel" genannt. "Veronika, der Lenz ist da ... Veronika, der Spargel wächst" - die Comedian Harmonists verewigten in ihrem Evergreen das weiße Edelgemüse, das nicht nur unglaublich gesund ist, sondern bereits im Mittelalter als ausgesprochen begehrtes Aphrodisiakum galt.
Mit der Faustregel "5 Portionen Obst und Gemüse am Tag", wie es die von der Europäischen Gemeinschaft geförderte Kampagne 5 am Tag (www.machmit-5amtag.de) empfiehlt, werden aber nicht nur Lust und Sinnlichkeit gefördert. Der reichliche Verzehr (mindestens 625 Gramm täglich) trägt zu einer gesunden Ernährung bei und kann das Risiko verschiedener Krankheiten verringern. Obst und Gemüse sind außerdem leicht bekömmlich und fördern die Verdauung. Das Geheimnis der anregenden Wirkung von Obst und Gemüse auf Leib und Seele liegt im Duft und der Farbigkeit der Früchte, vor allem solcher Obst- und Gemüsearten, die im Frühjahr Saison haben (wie Erdbeeren oder eben Spargel). Obst und Gemüse sollten deshalb bei keiner Mahlzeit fehlen.